Die Kunst des guten Lebens

Die Kunst des guten Lebens
52 überraschende Wege zum Glück
Sachbuch von Rolf Dobelli (Piper-Verlag 2017)

Rezension vom 10. Dezember 2017

An Ratgebern, wie ein glückliches Leben gelingen kann, herrscht in den Regalen der Buchläden kein Mangel. Doch kaum einer hält, was der Klappentext verspricht. Entweder sind die vermeintlichen Weisheiten Allgemeinplätze, die im Alltag wenig weiter helfen. Oder die konkreten Tipps sind nur für eine sehr begrenzte Zielgruppe relevant, plausibel und tatsächlich umsetzbar. Der Schweizer Bestsellerautor Rolf Dobelli umschifft diese Fallstricke gekonnt. In seinem neuen Sachbuch „Die Kunst des guten Lebens“ schildert er Strategien, um in allen Lebenslagen den Blick fürs Wesentliche zu schärfen. In unterhaltsamen und oft sehr persönlichen Geschichten, führt er dem Leser vor Augen, dass es eigentlich nur eines gibt, was Menschen daran hindert, ein gutes Leben zu führen: Ihre Gedanken, Gefühle und Einstellungen zu den Dingen, die ihnen täglich wiederfahren.

Wer sich selbst zu wichtig nimmt und seine Fähigkeiten überschätzt, wer sich ständig mit anderen vergleicht oder zulässt, dass Aufmerksamkeitsdiebe ihm wertvolle Zeit rauben, der öffnet Unzufriedenheit und Stress Tür und Tor. Rolf Dobelli benennt die gängigen Stolpersteine auf dem Weg zu mehr Ruhe und Gelassenheit und erklärt, welche mentalen Werkzeuge helfen können sie zu umgehen. Erkenntnisse aus Psychologie, Philosophie, Soziologie und Neurowissenschaften fließen dabei ebenso ein, wie die Erfolgsstrategien von Managern und Milliardären.

Fachlich wirklich Neues sucht man in diesem Buch zwar vergeblich. Doch Rolf Dobelli verwebt alt Bekanntes und schon mal Gehörtes geschickt zu 52 kurzen Geschichten, die stets einen Aha-Effekt erzeugen. Wer klassischen Denkfallen entrinnen und die positiven Seiten des Daseins intensiver auskosten will, findet in diesem Buch eine Fülle konkreter Tipps für ein glücklicheres Leben.

Die Kunst des guten Lebens
52 überraschende Wege zum Glück
Von Rolf Dobelli
Piper-Verlag, 379 Seiten, 20 Euro, ISBN 978-3-492-05873-5