Schlagwort-Archive: Corona

Harter Corona-Lockdown: Besser spät als nie

Ab heute gelten in ganz Deutschland verschärfte Regeln zum Infektionsschutz. Viele Einzelhändler, Schulen und Kitas haben den Laden wieder dicht gemacht. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten hatten den harten Lockdown am Sonntag beschlossen. Diese Entscheidung war richtig, aber sie kam deutlich zu spät.

Mein Kommentar vom 16.12.2020 im Deutschlandfunk:

„Seit September war absehbar, mit welcher Macht die zweite Welle auf uns zurollt. Dennoch zauderten viele Politiker bis zuletzt – und versuchten, es irgendwie allen recht zu machen: Den Schülern, den Eltern, den Gastronomen, Hotelbetreibern und Einzelhändlern.“

Harter Corona-Lockdown: Besser spät als nie weiterlesen

Zweite Welle: Corona-Szenarien für den Herbst

Bereits Anfang September 2020 warnten Experten wie die Max-Planck-Forscherin Dr. Viola Priesemann, dass die Zahl offiziell bestätigter Corona-Infektionen in Deutschland bald wieder rasant wachsen wird. Gehör fanden sie und ihre Kollegen erst Wochen später, als die Situation bereits aus dem Ruder gelaufen war und ein zweiter Lockdown – den eigentlich alle unbedingt vermeiden wollten – immer wahrscheinlicher wurde.

In der halbstündigen Dlf-Sendung ‚Wissenschaft im Brennpunkt‘ habe ich am 27. Oktober 2020 mit Viola Priesemann darüber gesprochen, welche Szenarien für den Corona-Herbst denkbar wären. Sie sagte damals:

„Je früher wir handeln, umso kürzer wird der Lockdown.“

Eine Woche später war diese Botschaft auch bei der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten angekommen. Doch leider konnten die sich erstmal nur zu einem ‚Lockdown light‘ durchringen – aus Angst, dass härtere Einschränkungen der Bevölkerung nur schwer vermittelbar sind.

Corona-Pandemie: Wir haben unseren Vorsprung verspielt

In einem Kommentar für den Deutschlandfunk habe ich erklärt, warum wir in Deutschland derzeit immer tiefer in die Corona-Krise schlittern. Mein Fazit:

Der kollektive Weckruf, der dringend nötig wäre, um die Menschen aus der grassierenden Corona-Lethargie zu holen, blieb leider aus.

Diese Woche hagelte es Hiobsbotschaften von der Corona-Front. Die Infektionszahlen steigen rasant weiter, auf weltweit rund 21 Millionen. Und auch in Deutschland, wo die Zahl der Neuinfektionen lange vor sich hindümpelte, spitzt sich die Lage wieder zu. Weit über tausend neue Fälle pro Tag wurden letztens registriert. Die über sieben Tage gemittelte Reproduktionszahl liegt über dem kritischen Schwellwert von eins. Im Klartext heißt das: Die zweite Infektionswelle rollt. Das Virus ist trotz aller Schutzmaßnahmen auch hierzulande wieder auf dem Vormarsch. Corona-Pandemie: Wir haben unseren Vorsprung verspielt weiterlesen

Strategie gegen die Angst: Corona und das Krisenmanagement

Zweieinhalb Monate nach seiner Entdeckung in China hat sich das neue Coronavirus rund um den Globus verbreitet. Die Weltwirtschaft leidet massiv darunter – und auch in Deutschland sind nun erste Auswirkungen auf das öffentliche Leben spürbar: Desinfektionsmittel und Einweghandschuhe sind mancherorts vergriffen und in sozialen Netzwerken verbreiten sich Fotos von leergekauften Nudelregalen. Vermittelt der Staat den Bürgern das Gefühl, die Situation im Griff zu haben? Welche vertrauensbildenden Maßnahmen wären jetzt zielführend?

In der Dlf-Sendung ‚Zur Diskussion‘ diskutierte ich darüber mit:

  • Prof. Gerd Gigerenzer, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und Harding-Zentrum für Risikokompetenz, Universität Potsdam
  • Prof. Dr. med. Hans Georg Kräusslich, Leiter Zentrum für Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg
  • Stephan Detjen, Leiter Deutschlandfunk-Hauptstadtstudio
  • Eva Bahner, Dlf-Wirtschaftsredaktion

Covid-19: „Eine stille Pandemie“

Der Virologe Prof. Jonas Schmidt-Chanasit forscht am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg
„Es ist nicht gelungen, den Ausbruch des neuen Coronavirus auf China zu begrenzen. Man wird ihn nicht mehr ganz aufhalten können, aber zumindest verlangsamen, dass die Intensivstationen nicht alle auf einmal überlastet werden – sondern dass man das über einen längeren Zeitraum zieht und somit die Patienten auch alle noch gut behandeln kann.

Es kann durchaus sein, dass wir schon seit zwei Wochen Coronavirusinfektionen in Deutschland haben. Nur es hat niemand bemerkt, weil natürlich in einer Vielzahl der Fälle diese Infektion nur mit einer sehr leichten Symptomatik verläuft – wie ein Schnupfen oder asymptomatisch – und gar nicht bemerkt wird. Die Leute werden sich da natürlich nicht testen lassen. Insofern ist es durchaus denkbar, dass das Virus schon einige Tage in Deutschland zirkuliert und jetzt auch die Fälle in Nordrhein-Westfalen oder in Baden-Württemberg nur die Spitze vom Eisberg sind.“ Der Virologe Prof. Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg im Interview für den Deutschlandfunk.

Neues Coronavirus: „Die Mortalität ist nicht so hoch wie bei SARS“

Mitte Januar sieht Prof. Lars Schaade, der Vizepräsident des Robert Koch-Instituts, angesichts des neuen Coronavirus, das in China grassiert, noch keinen Grund zu übermäßiger Sorge. Im Interview im Deutschlandfunk erklärt er: „Wir kennen das Virus erst seit knapp drei Wochen. Wir sehen jetzt etwas mehr als 200 Fälle, davon drei Todesfälle. Ein großer Unsicherheitsfaktor dabei ist: Hat man alle Fälle bisher erfasst? Es kommen ja im Laufe des Tage immer noch weitere dazu. Was wir jetzt sehen, ist erst der Anfang. Das ist in gewisser Weise beruhigend, weil es nicht sehr viele Todesfälle gibt, aber das kann sich in beide Richtungen natürlich noch entwickeln.“