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Turbo für die Energiewende

Wie bekommt Deutschland schnell genug die Kurve?

Die Bundesregierung hat ihre Klimaziele höher gesteckt. Bereits bis zum Jahr 2045 soll Deutschland klimaneutral sein – fünf Jahre früher als ursprünglich geplant. Ebenfalls verschärft wurden die Zwischenziele für die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen. Diese sollen bis 2030 nicht um 55, sondern um 65 Prozent gedrosselt werden. Wie das gehen soll, ist in dem aktualisierten Report „Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem“ nachzulesen. Federführend verfasst hat ihn Christoph Kost vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg.

Im Dlf hat er mir am 18.5.2021 erklärt, vor welchen enormen Herausforderungen wir stehen:

Wir müssen jetzt in zehn Jahren 25 Prozentpunkte CO2 einsparen. Das ist eine wirklich gewaltige Menge.

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Futurium

#Zero@2050: Wie wir die Energiewende geschafft haben

Zeitreise – Wir schreiben das Jahr 2050 und haben allen Grund zum Feiern: In einem kollektiven Kraftakt ist es der Menschheit gelungen, die globale Energieversorgung so umzustellen, dass wir keinerlei Treibhausgase mehr in die Luft pusten, die den Klimawandel befeuern.

Foto: David von Becker / Futurium

Der virale Hasthag #Zero@2050 wurde zum Markenzeichen des Eintritts in ein klimaneutrales Zeitalter.

Doch wie haben wir diese Mammutaufgabe bewältigt? Welche Faktoren waren ausschlaggebend für den Erfolg?

Darüber habe ich im fiktiven History-Talk-Format „Momente, Menschen, Meilensteine“ des Futuriums mit drei ‚Zeitzeugen‘ diskutiert, die Anfang der 2020 Jahre aktiv daran mitgewirkt haben, die Weichen richtig zu stellen für den Kampf gegen die Erderwärmung.

Vielen Dank fürs Mitmachen bei diesem innovativen Perspektivwechsel-Format an:

Prof. Miranda Schreurs, TU München
Prof. Martin Neumann, MdB und energiepolitischer Sprecher der FDP-Fraktion
Dr. Arwen Colell, Mercator Institute for Global Commons and Climate Change
Dr. Heike Brugger, Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung

10 Jahre nach Fukushima: Die Zahlen sprechen gegen eine Renaissance der Atomkraft

10 Jahre nach der Reaktorkatastrophe wurden auch in Deutschland Stimmen wieder lauter, die eine Renaissance der Kernenergie fordern – um das Klima zu schützen und die Energieversorgung langfristig zu sichern. Deutschlands Energieversorger sehen das inzwischen anders. Aktuell hat keiner mehr ein Interesse daran, seine Atommeiler länger laufen zu lassen – geschweige denn neue zu planen und zu bauen.

Über die Argumente für und gegen eine Renaissance der Kernenergie habe ich am 11. 3. 2021 für den Dlf mit Patrick Graichen vom Thinktank Agora Energiewende gesprochen. Er sagt: Kernenergie rechnet sich wirtschaftlich nur dort, wo der Staat sie massiv subventioniert.  Private Investoren würden längst lieber in Wind- und Solarparks bauen, die sich schnell errichten lassen und zügig amortisieren.

Einen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz könnte Atomstrom – wegen der langen Planungs- und Bauzeiten – erst dann leisten, wenn es dafür eigentlich schon zu spät ist. Denn bis 2030 werden nicht ausreichend große oder kleine neu Atomkraftwerke ans Netz gehen, um einen nennenswerten Effekt zu erzielen. Wer zwecks Klimaschutz eine Renaissance der Kernenergie fordert, führt also ein Scheindebatte, die von wichtigen Entscheidungen ablenkt, die anstehen.

„Am Schluss muss das immer der Staat zahlen.“

Volker Quaschning: „Wir brauchen ein von allen akzeptiertes Energiekonzept.“

Der Ausbau der Windenergie in Deutschland ist faktisch zum Stillstand gekommen. Der Grund: Veränderte wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen haben es zunehmend schwerer und unattraktiver gemacht, neue Windräder aufzustellen. Weil das die Energiewende gefährdet, wollte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier Abhilfe schaffen und lud am 5. September 2019 in Berlin zum Windenergiegipfel. Gemeinsam mit Vertretern aus Industrie und Verbänden versuchte er dort ausloten, wie die Rahmenbedingungen verändert werden müssten, damit es in Deutschland wieder zügiger vorangeht mit dem Bau neuer Windparks. Volker Quaschning, Professor für regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, hatte aus diesem Anlass ein paar Tipps für den Minister parat. Welche? Erklärte er im Interview für den Deutschlandfunk.

Stromtransport über Gasleitungen

Power-to-Gas-Technologie könnte Energiewende voranbringen

Wenn die Energiewende gelingen und Deutschlands Energiesektor bis 2050 dekarbonisiert werden soll, wird das geographische Ungleichgewicht zwischen Stromerzeugern und Stromverbrauchern weiter wachsen: Die großen Windparks finden sich vor allem im Norden der Republik, die industriellen Stromverbraucher eher im Süden des Landes. Die geplanten Stromautobahnen in Nord-Süd-Richtung tragen diesem Problem Rechnung, werden es aber nur zum Teil lösen. Bei der Jahrestagung der Deutschen physikalischen Gesellschaft in Münster schlugen Forscher nun vor, das bereits existierende Erdgasnetz für den Energietransport zu nutzen.
Deutschlandfunk, Forschung Aktuell, 30.3.2017