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ESA-Generaldirektor Jan Wörner erklärt, welche Missionen 2020 geplant sind

Johann-Dietrich Wörner ist seit 2015 ESA-Generaldirektor (Foto: ESA–Philippe Sebirot, 2015)

Die europäische Raumfahrtagentur ESA hat sich viel vorgenommen für das Jahr 2020: Sie will den Sonnenwind untersuchen, einen Rover zum Mars schicken und einen Erdbeobachtungssatelliten starten, um den Anstieg der Meeresspiegel präzise zu vermessen.

Um die Öffentlichkeit über die geplanten Highlights zu informieren, stand die Führungsriege der ESA heute vormittag in Paris zwei Stunden lang Journalisten Rede und Antwort. Es war die traditionelle Pressekonferenz zum Jahresauftakt, bei der ESA-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner und seine Leute Einblicke gaben, welche Missionen anstehen und was man sich davon verspricht. Der deutsche Ingenieur ‚Jan‘ Wörner ist seit 1. Juli 2015 Chef der ESA – und gab dem Deutschlandfunk direkt im Anschluss ein Interview.

Die darin erwähnte Mission ExoMars, deren zweiter Teil ursprünglich im August 2020 abheben sollte, wurde zwischenzeitlich allerdings um zwei Jahre verschoben – wegen der Folgen der Corona-Pandemie.

Web Q.0: Das Quanteninternet nimmt Gestalt an

Regierungen und Unternehmen rund um den Globus tüfteln an einer zweiten Quantenrevolution. Ihre Vision: Ein weltumspannendes Quanten-Internet, über das sich absolut abhörsicher kommunizieren ließe – dank der bizarren Gesetze der Quantenphysik, die jeden Lauschangriff auffliegen lässt.

Bei einer Fachtung im Juli 2018 in München diskutierten führende Vertreter aus Forschung und Industrie den aktuellen Stand bei der Entwicklung der Zukunftstechnologie Quanten-Web. Ihr Tenor: Bei der satellitengestützten Quantenkommunikation hat China aktuell die Nase vorn. Wer am Boden das Rennen machen wird, ist derzeit völlig offen. Denn noch fehlt eine technologische Schlüsselkomponente für ein abhörsicheres Quanten-Internet: Ein Quanten-Repeater, der die verschlüsselten Signale verstärkt, damit sie auch über große Distanzen übertragen werden können.

In der Dlf-Sendung ‚Wissenschaft im Brennpunkt‘ habe ich die Potenziale und Herausforderungen beim Bau des künftigen Web Q.0 gemeinsam mit dem Wissenschaftsjournalisten Frank Grotelüschen ausgelotet.

10 Jahre Weltraumlabor ‚Columbus‘: „Europas Eintrittskarte zur ISS.“

Ursprünglich sollte es mal doppelt so groß werden – am Ende reichte das Geld nur für eine Sparversion. Aus Sicht der europäischen Raumfahrtorganisation ESA hat das Forschungsmodul ‚Columbus‘, das vor 10 Jahren an die Internationale Raumstation ISS angedockt wurde, dennoch seinen Zweck erfüllt. Der Physiker und Ex-Astronaut Reinhold Ewald war maßgeblich an Planung und Organisation des Betriebs von Europas Weltraumlabor beteiligt. ‚Columbus‘ war unsere Eintrittskarte zur ISS, erklärte er mir Interview für den Dlf. Größe allein sei schließlich kein Erfolgskriterium.

Wie tickt der neue ESA-Chef?

Der neue ESA-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner will die Arbeit der europäischen Weltraumagentur an die zunehmende Kommerzialisierung der Raumfahrt anpassen. Im Deutschlandfunk-Interview lobt er die Internationale Raumstation ISS als Friedensprojekt – und schlägt als Nachfolger ein Dorf auf dem Mond vor.

Deutschlandfunk, Forschung Aktuell, 1.7.2015