Schlagwort-Archive: Klimaschutz

Turbo für die Energiewende

Wie bekommt Deutschland schnell genug die Kurve?

Die Bundesregierung hat ihre Klimaziele höher gesteckt. Bereits bis zum Jahr 2045 soll Deutschland klimaneutral sein – fünf Jahre früher als ursprünglich geplant. Ebenfalls verschärft wurden die Zwischenziele für die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen. Diese sollen bis 2030 nicht um 55, sondern um 65 Prozent gedrosselt werden. Wie das gehen soll, ist in dem aktualisierten Report „Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem“ nachzulesen. Federführend verfasst hat ihn Christoph Kost vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg.

Im Dlf hat er mir am 18.5.2021 erklärt, vor welchen enormen Herausforderungen wir stehen:

Wir müssen jetzt in zehn Jahren 25 Prozentpunkte CO2 einsparen. Das ist eine wirklich gewaltige Menge.

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10 Jahre nach Fukushima: Die Zahlen sprechen gegen eine Renaissance der Atomkraft

10 Jahre nach der Reaktorkatastrophe wurden auch in Deutschland Stimmen wieder lauter, die eine Renaissance der Kernenergie fordern – um das Klima zu schützen und die Energieversorgung langfristig zu sichern. Deutschlands Energieversorger sehen das inzwischen anders. Aktuell hat keiner mehr ein Interesse daran, seine Atommeiler länger laufen zu lassen – geschweige denn neue zu planen und zu bauen.

Über die Argumente für und gegen eine Renaissance der Kernenergie habe ich am 11. 3. 2021 für den Dlf mit Patrick Graichen vom Thinktank Agora Energiewende gesprochen. Er sagt: Kernenergie rechnet sich wirtschaftlich nur dort, wo der Staat sie massiv subventioniert.  Private Investoren würden längst lieber in Wind- und Solarparks bauen, die sich schnell errichten lassen und zügig amortisieren.

Einen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz könnte Atomstrom – wegen der langen Planungs- und Bauzeiten – erst dann leisten, wenn es dafür eigentlich schon zu spät ist. Denn bis 2030 werden nicht ausreichend große oder kleine neu Atomkraftwerke ans Netz gehen, um einen nennenswerten Effekt zu erzielen. Wer zwecks Klimaschutz eine Renaissance der Kernenergie fordert, führt also ein Scheindebatte, die von wichtigen Entscheidungen ablenkt, die anstehen.

„Am Schluss muss das immer der Staat zahlen.“

Toilette für Kühe: Forscher wollen Rinder stallrein machen

Hunde und Katzen können durch frühes Training stubenrein werden. Kühen hatte man soviel Lernfähigkeit lange Zeit nicht zugetraut. Experimente des Verhaltensbiologen Dr. Jan Langbein vom Leibniz-Institut für Nutztierbiologie in Dummerstorf belegen nun aber: Auch Rinder können lernen, ihre Notdurft nur an bestimmten Orten zu verrichten. Der Vorteil: Latrinen für Kühe erleichtern die Trennung von Kot und Urin im Stall – und verhindern so die Bildung des Treibhausgases Ammoniak.

„Das Problem ist, wenn Harn auf Kot trifft, in dem eine Urease, ein Enyzm, aktiv ist, das Harnstoff zu Ammoniak umwandelt, dass dann dieser Ammoniak als Treibhausgas in die Atmosphäre freigesetzt wird. Man muss wissen, dass das Ammoniakgas zu 95 Prozent in der Landwirtschaft freigesetzt wird und davon wiederum zu 50 Prozent in der Rinderhaltung.“

Im Interview für den Deutschlandfunk erklärt Jan Langbein, den aktuellen Stand und die Herausforderungen seiner Arbeit.

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Klimaschutz: Sind wir alle Öko-Heuchler? Klaus Töpfer versus Harald Welzer

Das Klima zu schützen, halten viele Deutsche für eine gute Idee. Theoretisch zumindest. Kaum einer bestreitet, dass es gut wäre, weniger Auto zu fahren, seltener zu fliegen und generell beim Konsum auf die Bremse zu treten. Doch sobald es konkret wird, machen die meisten einen Rückzieher. Meinen wir es in Wirklichkeit also gar nicht so ernst mit dem Kampf gegen die Erderwärmung? Anlässlich des Weltklimagipfels in Bonn diskutierte Ralf Krauter darüber in der Deutschlandfunk-Sendung ‚Streitkultur‘ mit Ex-Umweltminister Klaus Töpfer und dem Soziologen Harald Welzer.