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10 Jahre nach Fukushima: Die Zahlen sprechen gegen eine Renaissance der Atomkraft

10 Jahre nach der Reaktorkatastrophe wurden auch in Deutschland Stimmen wieder lauter, die eine Renaissance der Kernenergie fordern – um das Klima zu schützen und die Energieversorgung langfristig zu sichern. Deutschlands Energieversorger sehen das inzwischen anders. Aktuell hat keiner mehr ein Interesse daran, seine Atommeiler länger laufen zu lassen – geschweige denn neue zu planen und zu bauen.

Über die Argumente für und gegen eine Renaissance der Kernenergie habe ich am 11. 3. 2021 für den Dlf mit Patrick Graichen vom Thinktank Agora Energiewende gesprochen. Er sagt: Kernenergie rechnet sich wirtschaftlich nur dort, wo der Staat sie massiv subventioniert.  Private Investoren würden längst lieber in Wind- und Solarparks bauen, die sich schnell errichten lassen und zügig amortisieren.

Einen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz könnte Atomstrom – wegen der langen Planungs- und Bauzeiten – erst dann leisten, wenn es dafür eigentlich schon zu spät ist. Denn bis 2030 werden nicht ausreichend große oder kleine neu Atomkraftwerke ans Netz gehen, um einen nennenswerten Effekt zu erzielen. Wer zwecks Klimaschutz eine Renaissance der Kernenergie fordert, führt also ein Scheindebatte, die von wichtigen Entscheidungen ablenkt, die anstehen.

„Am Schluss muss das immer der Staat zahlen.“