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Russlands Satellitenabschuss

Russlands Militär hat mit einer Rakete einen ausgedienten Satelliten abgeschossen. Weil einige der Trümmer der Internationalen Raumstation gefährlich nahe kamen, bereitete die Besatzung der ISS, darunter der deutsche Astronaut Matthias Maurer, die Notfall-Evakuierung der Station vor. Am Ende kamen alle mit dem Schrecken davon, doch die rücksichtslose Machtdemonstration im Orbit, wirft fundamentale Fragen zur Zukunft der bemannten wie unbemannten Raumfahrt auf.

Mein Kommentar vom 21. 11.2021 im Deutschlandfunk:

Eine rücksichtslose Machtdemonstration und ihre Folgen

Mit einer Rakete Satelliten vom Himmel holen zu können – davon träumen die Militärs aller Raumfahrtnationen schon lange. China hat bereits 2007 bewiesen, dass es dazu in der Lage ist, die USA 2008, Indien 2019. Und nun also auch Russland. Am Montag pulverisierte eine vom Weltraumbahnhof Plesetsk gestartete Abfangrakete einen ausgedienten russischen Spionagesatelliten. Der hatte seit 1982 seine Bahnen gezogen, 480 Kilometer über unseren Köpfen. Nach dem direkten Treffer zerplatzte er in über 1500 Trümmerteile, die jetzt im Erdorbit kreisen – und die bemannte wie unbemannte Raumfahrt über Jahrzehnte gefährden.

Überflüssig, gefährlich und kurzsichtig

Der Satellitenabschuss der Russen war eine rücksichtslose militärische Machtdemonstration. Einfach mal zeigen, wo der Hammer hängt. Das passt zu Wladimirs Putins Art, sein Land zu regieren. Doch dieses Säbelrasseln im All war überflüssig, gefährlich und schadet Russlands Interessen langfristig.

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ESA-Generaldirektor Jan Wörner erklärt, welche Missionen 2020 geplant sind

Johann-Dietrich Wörner ist seit 2015 ESA-Generaldirektor (Foto: ESA–Philippe Sebirot, 2015)

Die europäische Raumfahrtagentur ESA hat sich viel vorgenommen für das Jahr 2020: Sie will den Sonnenwind untersuchen, einen Rover zum Mars schicken und einen Erdbeobachtungssatelliten starten, um den Anstieg der Meeresspiegel präzise zu vermessen.

Um die Öffentlichkeit über die geplanten Highlights zu informieren, stand die Führungsriege der ESA heute vormittag in Paris zwei Stunden lang Journalisten Rede und Antwort. Es war die traditionelle Pressekonferenz zum Jahresauftakt, bei der ESA-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner und seine Leute Einblicke gaben, welche Missionen anstehen und was man sich davon verspricht. Der deutsche Ingenieur ‚Jan‘ Wörner ist seit 1. Juli 2015 Chef der ESA – und gab dem Deutschlandfunk direkt im Anschluss ein Interview.

Die darin erwähnte Mission ExoMars, deren zweiter Teil ursprünglich im August 2020 abheben sollte, wurde zwischenzeitlich allerdings um zwei Jahre verschoben – wegen der Folgen der Corona-Pandemie.

Rückkehr einer Rakete

Die US-Firma SpaceX hat einen Meilenstein auf dem Weg zu einer wiederverwendbaren Rakete zurückgelegt: Die erste Stufe ihrer Trägerrakete „Falcon 9“ ist nach einem kurzen Flug im All erstmals unbeschadet wieder auf der Erde gelandet. „Ein Meilenstein für die Raumfahrt“, erklärt Prof. Hansjörg Dittus, Vorstandsmitglied des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt.

Deutschlandfunk, Forschung Aktuell, 22.12.2015