Radio

Besuch beim Solarturmkraftwerk Gemasolar in Andalusien

Schnell, informativ, unterhaltsam, authentisch: Das sind die Stärken des Mediums Radio – und Stimmen, Geräusche, Musik die  Werkzeuge des Hörfunkreporters.

Das Ergebnis im Idealfall: Kino im Kopf.

Zum Beispiel in Form von Sendereihen, Reportagen und Kurzbeiträgen, die neue Entwicklungen und Erkenntnisse aus Naturwissenschaft und Technik auf den Punkt bringen und akustisch einprägsam vermitteln – inklusive ihrer Relevanz und gesellschaftlichen Implikationen.

Hier gibt’s Hörproben aus den vergangenen 10 Jahren.

Jeremy Farrar: „Europa ist jetzt das Epizentrum der Covid-19-Pandemie“

Dr. Jeremy Farrar, Präsident Wellcome Trust

„Wir haben es mit einer völlig anderen Größenordnung zu tun als bei der SARS-Pandemie 2003 oder der Schweinegrippe von 2009. Der beste Vergleich ist die Influenza-Pandemie von 1918 – die spanische Grippe. Das ist das Ausmaß der Epidemie, auf das wir uns vorbereiten sollten. Natürlich ist es extrem schwierig, das zu kommunizieren und gleichzeitig zu verhindern, dass die Menschen in Panik ausbrechen. Ich persönlich verspüre keine Panik. Aber ich denke, wir müssen der Gefahr ehrlich ins Auge sehen.

In den vergangenen 100 Jahren gab es keine vergleichbare Situation. Wir müssen uns das bewusst machen – aber ohne in Panik zu verfallen. Denn Panik führt zu schlechten Entscheidungen. Wir müssen ruhig bleiben, die Fakten bewerten und die neuesten Forschungsergebnisse berücksichtigen. Aber wir dürfen die Gefahr nicht unterschätzen. Wir haben es hier mit einem Jahrhundertereignis zu tun.“

Der britische Virologe Jeremy Farrar, Präsident des Wellcome Trust im Dlf-Interview für die Sendung Wissenschaft im Brennpunkt.

Strategie gegen die Angst: Corona und das Krisenmanagement

Zweieinhalb Monate nach seiner Entdeckung in China hat sich das neue Coronavirus rund um den Globus verbreitet. Die Weltwirtschaft leidet massiv darunter – und auch in Deutschland sind nun erste Auswirkungen auf das öffentliche Leben spürbar: Desinfektionsmittel und Einweghandschuhe sind mancherorts vergriffen und in sozialen Netzwerken verbreiten sich Fotos von leergekauften Nudelregalen. Vermittelt der Staat den Bürgern das Gefühl, die Situation im Griff zu haben? Welche vertrauensbildenden Maßnahmen wären jetzt zielführend?

In der Dlf-Sendung ‚Zur Diskussion‘ diskutierte ich darüber mit:

  • Prof. Gerd Gigerenzer, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und Harding-Zentrum für Risikokompetenz, Universität Potsdam
  • Prof. Dr. med. Hans Georg Kräusslich, Leiter Zentrum für Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg
  • Stephan Detjen, Leiter Deutschlandfunk-Hauptstadtstudio
  • Eva Bahner, Dlf-Wirtschaftsredaktion

Covid-19: „Eine stille Pandemie“

Der Virologe Prof. Jonas Schmidt-Chanasit forscht am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg
„Es ist nicht gelungen, den Ausbruch des neuen Coronavirus auf China zu begrenzen. Man wird ihn nicht mehr ganz aufhalten können, aber zumindest verlangsamen, dass die Intensivstationen nicht alle auf einmal überlastet werden – sondern dass man das über einen längeren Zeitraum zieht und somit die Patienten auch alle noch gut behandeln kann.

Es kann durchaus sein, dass wir schon seit zwei Wochen Coronavirusinfektionen in Deutschland haben. Nur es hat niemand bemerkt, weil natürlich in einer Vielzahl der Fälle diese Infektion nur mit einer sehr leichten Symptomatik verläuft – wie ein Schnupfen oder asymptomatisch – und gar nicht bemerkt wird. Die Leute werden sich da natürlich nicht testen lassen. Insofern ist es durchaus denkbar, dass das Virus schon einige Tage in Deutschland zirkuliert und jetzt auch die Fälle in Nordrhein-Westfalen oder in Baden-Württemberg nur die Spitze vom Eisberg sind.“ Der Virologe Prof. Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg im Interview für den Deutschlandfunk.

Neues Coronavirus: „Die Mortalität ist nicht so hoch wie bei SARS“

Mitte Januar sieht Prof. Lars Schaade, der Vizepräsident des Robert Koch-Instituts, angesichts des neuen Coronavirus, das in China grassiert, noch keinen Grund zu übermäßiger Sorge. Im Interview im Deutschlandfunk erklärt er: „Wir kennen das Virus erst seit knapp drei Wochen. Wir sehen jetzt etwas mehr als 200 Fälle, davon drei Todesfälle. Ein großer Unsicherheitsfaktor dabei ist: Hat man alle Fälle bisher erfasst? Es kommen ja im Laufe des Tage immer noch weitere dazu. Was wir jetzt sehen, ist erst der Anfang. Das ist in gewisser Weise beruhigend, weil es nicht sehr viele Todesfälle gibt, aber das kann sich in beide Richtungen natürlich noch entwickeln.“

Kritik der Lungenfachärzte an NOx-Grenzwerten ist unbegründet

Der Schweizer Experte für Gesundheitsrisiken durch Luftschadstoffe, Professor Nino Künzli, hat die Initiative deutscher Lungenfachärzte gegen Grenzwerte im Deutschlandfunk kritisiert. Keiner der 112 Unterzeichnenden hätte Expertise auf dem Gebiet der Epidemiologie, sagte er im Interview: „Das sind alles Laien.“ Ihr Positionspapier sei daher „unwissenschaftlich“, ihre Vorwürfe nicht fundiert.

Üble Nachrede bleibt hängen – und beeinflusst unser Urteil mehr als uns lieb sein kann

Forscher am Institut für Psychologie der Berliner Humboldt-Universität haben die Gehirnaktivität von Versuchspersonen erfasst, während diese Informationen mit negativen oder neutralen Inhalten zu ihnen unbekannten Gesichtern erhielten. Als die Probanden im Anschluss gebeten wurden, die Unbekannten zu beurteilen, stellte sich heraus: Ihr Verdikt fiel oft überraschend hart aus – obwohl ihnen bewusst war, dass es allein auf Gerüchten basierte. „Trotz weicher Evidenz fällen wir oft harte Urteile“, erklärt die Neurowissenschaftlerin Prof. Rasha Abdel Rahman im Dlf-Interview.

Generationsunterschiede? Existieren gar nicht, sagt ein Soziologe aus Marburg

Ob Generation X oder Y, ob 1968er oder Baby-Boomer – in ihren Lebenszielen und Wertvorstellungen unterscheiden sich die Angehörigen dieser Altersgruppen kaum. Zu diesem Schluss kommt der Soziologe Prof. Martin Schröder von der Universität Marburg in einer großangelegten Studie. Sind die viel zitierten Generationsunterschiede also nur eine Mär? Ist die Differenzierung zwischen Babyboomern, 68ern, und Mitgliedern der Generationen X und Y soziologisch gesehen Kokolores? Das habe ich Martin Schröder im Dlf-Interview gefragt.

Brain Gain: Der Quantenphysiker Ignacio Cirac

Der Spanier Ignacio Cirac gilt als Wegbereiter der zweiten Quantenrevolution: Seine Arbeiten legten den Grundstein für wegweisende Experimente zu Quantencomputern und Quantenkryptographie. Nach München zog er, weil das Max-Planck-Institut in Garching, an dem er forscht und Direktor ist, „vermutlich der beste Ort auf der Welt ist, um Quantenphysik zu machen.“ Für die Deutschlandfunk-Sendereihe ‚Brain Gain‘ über ausländische Spitzenforscher in Deutschland habe ich den Quantenphysiker porträtiert. Brain Gain: Der Quantenphysiker Ignacio Cirac weiterlesen

Brain Gain: Der Kosmologe Eiichiro Komatsu

Seit 2012 ist Prof. Eiichiro Komatsu Direktor am Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching. Schon als Kind wusste der Japaner, dass er Astronom werden möchte. Heute hält er manchmal inne und ist überrascht, dass er für das, was er liebt, auch noch bezahlt wird. Für die Deutschlandfunk-Sendereihe ‚Brain Gain‘ habe ich den Spitzenforscher gefragt, wie es ihn nach Deutschland verschlagen hat. Seine Antwort: „Meine Frau hat mich eines Tages gefragt: Warum suchst Du Dir keinen Job in München?“ Hat er dann gemacht.
Brain Gain: Der Kosmologe Eiichiro Komatsu weiterlesen

Web Q.0: Das Quanteninternet nimmt Gestalt an

Regierungen und Unternehmen rund um den Globus tüfteln an einer zweiten Quantenrevolution. Ihre Vision: Ein weltumspannendes Quanten-Internet, über das sich absolut abhörsicher kommunizieren ließe – dank der bizarren Gesetze der Quantenphysik, die jeden Lauschangriff auffliegen lässt.

Bei einer Fachtung im Juli 2018 in München diskutierten führende Vertreter aus Forschung und Industrie den aktuellen Stand bei der Entwicklung der Zukunftstechnologie Quanten-Web. Ihr Tenor: Bei der satellitengestützten Quantenkommunikation hat China aktuell die Nase vorn. Wer am Boden das Rennen machen wird, ist derzeit völlig offen. Denn noch fehlt eine technologische Schlüsselkomponente für ein abhörsicheres Quanten-Internet: Ein Quanten-Repeater, der die verschlüsselten Signale verstärkt, damit sie auch über große Distanzen übertragen werden können.

In der Dlf-Sendung ‚Wissenschaft im Brennpunkt‘ habe ich die Potenziale und Herausforderungen beim Bau des künftigen Web Q.0 gemeinsam mit dem Wissenschaftsjournalisten Frank Grotelüschen ausgelotet.