Beiträge

Wie funktioniert Quantenteleportation? Mit welchen Materialien lässt sich Sonnenwärme am effizientesten speichern? Und warum gelten Scramjets unter Experten als die Raumfahrtantriebe der Zukunft? Meine Beiträge in den Wissenschaftssendungen von Deutschlandradio und ARD-Hörfunksendern liefern Antworten.

Eine Liste ausgewählter Stücke der letzten Jahre zum Nachhören:

Pro & Contra Corona-Impfpflicht

Interview mit Susanne Schreiber zur  Stellungnahme des Ethikrates

Im Februar 2021 war der Deutsche Ethikrat zu dem Schluss gekommen, eine allgemeine Impfpflicht gegen Corona sei weder notwendig noch ethisch vertretbar. In der aktuellen Stellungnahme vom 22. Dezember 2021 revidieren die Mitglieder ihre Meinung und sprechen sich mehrheitlich für eine allgemeine Impfpflicht aus. Was gab den Ausschlag für diese Kehrtwende? Was spricht aus Sicht der Expert*innen für eine Ausweitung der Impfpflicht und was dagegen? Und was müsste bei der praktischen Umsetzung der Empfehlungen beachtet werden? Darüber habe ich im Dlf mit der stellvertretenden Vorsitzenden des Ethikrates gesprochen, Prof. Susanne Schreiber von der Berliner Humboldt-Universität.

Oberste Priorität hat es Susanne Schreiber zufolge, die Überlastung der Intensivstationen zu verhindern: „Wir wollen nicht in eine Triage-Situation kommen.“ Neben Lockdowns – mit ihren schweren gesellschaftlichen Nebenwirkungen – sei eine Erhöhung der Impfquote dafür entscheidend. Sofern es kein milderes Mittel gebe, um zu erreichen, dass sich mehr Menschen impfen lassen, könne eine allgemeine Impfpflicht sinnvoll sein.

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Das Zeitalter der Unschärfe

Die glänzenden und die dunklen Jahre der Physik 1895-1945

Sachbuch von Tobias Hürter (Klett-Cotta 2021)

Rezension vom 17.12.2021

In seinem neuen Buch schildert der Wissenschaftsjournalist Tobias Hürter auf fesselnde Weise, wie die Quantentheorie das Licht der Welt erblickte, wie ihre geistigen Väter tickten und wie die bewegte Zeit, in der sie wirkten, ihr Privat- und Berufsleben durcheinander wirbelte.

„Das Buch zeichnet ein facettenreiches Porträt einer Epoche, in der ein Dutzend brilliante Köpfe die Welt aus den Angeln hoben und dann selbst zu Spielbällen des Weltlaufs wurden. Tobias Hürter hat Meilensteine der Wissenschaftsgeschichte in einen Pageturner verpackt, den auch physikalische Laien mit viel Interesse und Gewinn lesen dürften.“

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Innovationsstrategie der Bundesregierung

Rafael Laguna zu den Plänen der Ampelkoalition

Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Bürgerinnen und Bürgern einen Aufbruch in ein Innovationsjahrzehnt versprochen. Im Koalitionsvertrag der Ampelkoalition finden sich teils schon recht konkrete, teils noch recht vage Ideen, wie das gelingen soll. Hat die neue Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP die richtigen Stellschrauben im Visier? Darüber habe ich für den Deutschlandfunk mit Rafael Laguna de la Vera gesprochen, dem Gründungsdirektor und Chef der Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND.

Er sagt:

„Ich glaube, vieles, für was die SPRIND steht, auch die Entbürokratisierung der Innovationsfinanzierung und -förderung, ist so eine Art Sandkasten oder Reallabor für genau das, was Olaf Scholz da sagt.“

Es gehe darum, ein „positives Fortschrittsnarrativ zu entwickeln“, sagt Rafael Laguna de la Vera: „Man muss auch die Lust zum Aufbruch haben und diese verbreiten – um dann auch letztlich in die Umsetzung zu kommen.“

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Im Wald vor lauter Bäumen

Unsere komplexe Welt besser verstehen

Sachbuch von Dirk Brockmann (dtv 2021)

Rezension vom 12.12.2021

 Dirk Brockmann, Professor am Institut für Biologie der Berliner Humboldt-Universität, zählt zu den führenden Fachleuten für die Dynamik komplexer Systeme und wurde im Verlauf der Corona-Pandemie zum in Funk und Fernsehen gefragten Experten. In seinem aktuellen Sachbuch erklärt er für Laien verständlich, mit welchen Werkzeugen Komplexitätsforscher natürliche Prozesse analysieren, um universelle Muster aufzuspüren – und welche erstaunlichen Parallelen zwischen vordergründig ganz unterschiedlichen Phänomenen sie dabei entdeckt haben.

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Russlands Satellitenabschuss

Russlands Militär hat mit einer Rakete einen ausgedienten Satelliten abgeschossen. Weil einige der Trümmer der Internationalen Raumstation gefährlich nahe kamen, bereitete die Besatzung der ISS, darunter der deutsche Astronaut Matthias Maurer, die Notfall-Evakuierung der Station vor. Am Ende kamen alle mit dem Schrecken davon, doch die rücksichtslose Machtdemonstration im Orbit, wirft fundamentale Fragen zur Zukunft der bemannten wie unbemannten Raumfahrt auf.

Mein Kommentar vom 21. 11.2021 im Deutschlandfunk:

Eine rücksichtslose Machtdemonstration und ihre Folgen

Mit einer Rakete Satelliten vom Himmel holen zu können – davon träumen die Militärs aller Raumfahrtnationen schon lange. China hat bereits 2007 bewiesen, dass es dazu in der Lage ist, die USA 2008, Indien 2019. Und nun also auch Russland. Am Montag pulverisierte eine vom Weltraumbahnhof Plesetsk gestartete Abfangrakete einen ausgedienten russischen Spionagesatelliten. Der hatte seit 1982 seine Bahnen gezogen, 480 Kilometer über unseren Köpfen. Nach dem direkten Treffer zerplatzte er in über 1500 Trümmerteile, die jetzt im Erdorbit kreisen – und die bemannte wie unbemannte Raumfahrt über Jahrzehnte gefährden.

Überflüssig, gefährlich und kurzsichtig

Der Satellitenabschuss der Russen war eine rücksichtslose militärische Machtdemonstration. Einfach mal zeigen, wo der Hammer hängt. Das passt zu Wladimirs Putins Art, sein Land zu regieren. Doch dieses Säbelrasseln im All war überflüssig, gefährlich und schadet Russlands Interessen langfristig.

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Ottmar Edenhofer zieht Bilanz der Weltklimakonferenz #COP26

„Wir brauchen jetzt Geschwindigkeit“

Prof. Ottmar Edenhofer ist der Chefökonom des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung. Nach Abschluss des Weltklimagipfels #COP26 in Glasgow habe ich ihn im Deutschlandfunk nach seiner persönlichen Bilanz der Verhandlungen gefragt.

Er sagt, die #COP26 sei von Anfang an mit großen Erwartungen überfrachtet worden.  Das habe der Konferenz nicht gut getan, weil sie den klimapolitischen Durchbruch, den viele erwartet haben, gar nicht liefern konnte.

„Misst man das Ergebnis der COP26 an den realistischen Erwartungen, war es einigermaßen zufriedenstellend.“

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Die Gottesformel

Die Suche nach der Theorie von Allem

Sachbuch von Michio Kaku (Rowohlt 2021)

Rezension vom 24.10.2021

Albert Einstein, Stephen Hawking und viele andere berühmte Physiker hatten denselben Traum: Eine ‚theory of everything‘, eine Theorie von Allem, die alle physikalischen Phänomene vom Zusammenspiel der Elementarteilchen bis zur Struktur des Kosmos erklären kann. Bis heute ist dieser Wunsch nicht in Erfüllung gegangen. Doch der New Yorker Physikprofessor und Bestsellerautor Michio Kaku schildert in seinem neuen Buch „Die Gottesformel“, wie weit Einsteins Erben auf der Suche nach der Theorie von Allem bereits gekommen sind und welche Hindernisse noch den Weg versperren. Die Gottesformel weiterlesen

Turbo für die Energiewende

Wie bekommt Deutschland schnell genug die Kurve?

Die Bundesregierung hat ihre Klimaziele höher gesteckt. Bereits bis zum Jahr 2045 soll Deutschland klimaneutral sein – fünf Jahre früher als ursprünglich geplant. Ebenfalls verschärft wurden die Zwischenziele für die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen. Diese sollen bis 2030 nicht um 55, sondern um 65 Prozent gedrosselt werden. Wie das gehen soll, ist in dem aktualisierten Report „Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem“ nachzulesen. Federführend verfasst hat ihn Christoph Kost vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg.

Im Dlf hat er mir am 18.5.2021 erklärt, vor welchen enormen Herausforderungen wir stehen:

Wir müssen jetzt in zehn Jahren 25 Prozentpunkte CO2 einsparen. Das ist eine wirklich gewaltige Menge.

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10 Jahre nach Fukushima: Die Zahlen sprechen gegen eine Renaissance der Atomkraft

10 Jahre nach der Reaktorkatastrophe wurden auch in Deutschland Stimmen wieder lauter, die eine Renaissance der Kernenergie fordern – um das Klima zu schützen und die Energieversorgung langfristig zu sichern. Deutschlands Energieversorger sehen das inzwischen anders. Aktuell hat keiner mehr ein Interesse daran, seine Atommeiler länger laufen zu lassen – geschweige denn neue zu planen und zu bauen.

Über die Argumente für und gegen eine Renaissance der Kernenergie habe ich am 11. 3. 2021 für den Dlf mit Patrick Graichen vom Thinktank Agora Energiewende gesprochen. Er sagt: Kernenergie rechnet sich wirtschaftlich nur dort, wo der Staat sie massiv subventioniert.  Private Investoren würden längst lieber in Wind- und Solarparks bauen, die sich schnell errichten lassen und zügig amortisieren.

Einen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz könnte Atomstrom – wegen der langen Planungs- und Bauzeiten – erst dann leisten, wenn es dafür eigentlich schon zu spät ist. Denn bis 2030 werden nicht ausreichend große oder kleine neu Atomkraftwerke ans Netz gehen, um einen nennenswerten Effekt zu erzielen. Wer zwecks Klimaschutz eine Renaissance der Kernenergie fordert, führt also ein Scheindebatte, die von wichtigen Entscheidungen ablenkt, die anstehen.

„Am Schluss muss das immer der Staat zahlen.“

Harter Corona-Lockdown: Besser spät als nie

Ab heute gelten in ganz Deutschland verschärfte Regeln zum Infektionsschutz. Viele Einzelhändler, Schulen und Kitas haben den Laden wieder dicht gemacht. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten hatten den harten Lockdown am Sonntag beschlossen. Diese Entscheidung war richtig, aber sie kam deutlich zu spät.

Mein Kommentar vom 16.12.2020 im Deutschlandfunk:

„Seit September war absehbar, mit welcher Macht die zweite Welle auf uns zurollt. Dennoch zauderten viele Politiker bis zuletzt – und versuchten, es irgendwie allen recht zu machen: Den Schülern, den Eltern, den Gastronomen, Hotelbetreibern und Einzelhändlern.“

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