Beiträge

Wie funktioniert Quantenteleportation? Mit welchen Materialien lässt sich Sonnenwärme am effizientesten speichern? Und warum gelten Scramjets unter Experten als die Raumfahrtantriebe der Zukunft? Meine Beiträge in den Wissenschaftssendungen von Deutschlandradio und ARD-Hörfunksendern liefern Antworten.

Eine Liste ausgewählter Stücke der letzten Jahre zum Nachhören:

Harter Corona-Lockdown: Besser spät als nie

Ab heute gelten in ganz Deutschland verschärfte Regeln zum Infektionsschutz. Viele Einzelhändler, Schulen und Kitas haben den Laden wieder dicht gemacht. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten hatten den harten Lockdown am Sonntag beschlossen. Diese Entscheidung war richtig, aber sie kam deutlich zu spät.

Mein Kommentar vom 16.12.2020 im Deutschlandfunk:

„Seit September war absehbar, mit welcher Macht die zweite Welle auf uns zurollt. Dennoch zauderten viele Politiker bis zuletzt – und versuchten, es irgendwie allen recht zu machen: Den Schülern, den Eltern, den Gastronomen, Hotelbetreibern und Einzelhändlern.“

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Rescue Horizon Europe: Feilschen um die Forschungsförderung der EU

Das 9. EU-Forschungsrahmenprogramm ‚Horizon Europe‘ ist in Brüssel unter die Räder gekommen. 2018 waren im Haushaltsentwurf noch rund 94 Milliarden Euro dafür vorgesehen. Nach dem EU-Ratsgipfel im Juli 2020 war diese Summe – wegen knapper Kassen aufgrund der Corona-Pandemie – auf 80 Milliarden Euro geschrumpft: Ein Minus von 15 Prozent. Unterm Strich stand damit kaum mehr als beim auslaufenden 8. EU-Forschungsrahmenprogramm ‚Horizon 2020.‘ Das sei zu wenig, kritisiert Dr. Jan Wöpking, der Geschäftsführer des deutschen Universitätsverbundes German-U15:

„Wenn Europa ein weltweit führender Wissenschafts- und Innovationsstandort sein will, muss sich das auch stärker finanziell abbilden. Und da sagen eigentlich alle Experten: Dafür reichten diese Summen nicht. 2017 gab es diese Expertenkommission unter Pascal Lamy, und die hat gesagt: Wir brauchen 120 Milliarden Minimum, sonst verliert Europa an Schwung und wir kriegen unsere eigenen Ziele nicht erreicht.“

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Ins Schwarze getroffen: Ein Gespräch mit dem Physiknobelpreisträger Reinhard Genzel

Der frisch gekürte Physiknobelpreisträger Reinhard Genzel ist ein Pionier der Forschung zu Schwarzen Löchern. Im Interview mit dem Deutschlandfunk erzählt der Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching, wie seine Faszination für die kosmischen Massemonster geweckt wurde und wie es ihm in jahrzehntelanger Arbeit gelang, die Existenz des gigantischen Schwarzen Lochs im Zentrum unserer Milchstraße nachzuweisen.

„Mein erstes Spektrometer habe ich auf dem Dach gebaut. Also Physik begann für mich schon früh. Und irgendwann hat mein Vater gesagt: Pass‘ auf Bursch‘: Teilchenphysik ist langweilig, Solid State Physics machst du nicht, das mach‘ ich schon. Aber Astronomie – das klingt gut! Wir haben da ein neues Institut in Bonn, das gerade gegründet wird, und die werden da ein Riesenteleskop hinstellen. Schau mal, dass du nach Bonn kommst.“

Hier das komplette Interview vom 6. Oktober 2020 zum Nachhören:

Corona-Pandemie: Wir haben unseren Vorsprung verspielt

In einem Kommentar für den Deutschlandfunk habe ich erklärt, warum wir in Deutschland derzeit immer tiefer in die Corona-Krise schlittern. Mein Fazit:

Der kollektive Weckruf, der dringend nötig wäre, um die Menschen aus der grassierenden Corona-Lethargie zu holen, blieb leider aus.

Diese Woche hagelte es Hiobsbotschaften von der Corona-Front. Die Infektionszahlen steigen rasant weiter, auf weltweit rund 21 Millionen. Und auch in Deutschland, wo die Zahl der Neuinfektionen lange vor sich hindümpelte, spitzt sich die Lage wieder zu. Weit über tausend neue Fälle pro Tag wurden letztens registriert. Die über sieben Tage gemittelte Reproduktionszahl liegt über dem kritischen Schwellwert von eins. Im Klartext heißt das: Die zweite Infektionswelle rollt. Das Virus ist trotz aller Schutzmaßnahmen auch hierzulande wieder auf dem Vormarsch. Corona-Pandemie: Wir haben unseren Vorsprung verspielt weiterlesen

Toilette für Kühe: Forscher wollen Rinder stallrein machen

Hunde und Katzen können durch frühes Training stubenrein werden. Kühen hatte man soviel Lernfähigkeit lange Zeit nicht zugetraut. Experimente des Verhaltensbiologen Dr. Jan Langbein vom Leibniz-Institut für Nutztierbiologie in Dummerstorf belegen nun aber: Auch Rinder können lernen, ihre Notdurft nur an bestimmten Orten zu verrichten. Der Vorteil: Latrinen für Kühe erleichtern die Trennung von Kot und Urin im Stall – und verhindern so die Bildung des Treibhausgases Ammoniak.

„Das Problem ist, wenn Harn auf Kot trifft, in dem eine Urease, ein Enyzm, aktiv ist, das Harnstoff zu Ammoniak umwandelt, dass dann dieser Ammoniak als Treibhausgas in die Atmosphäre freigesetzt wird. Man muss wissen, dass das Ammoniakgas zu 95 Prozent in der Landwirtschaft freigesetzt wird und davon wiederum zu 50 Prozent in der Rinderhaltung.“

Im Interview für den Deutschlandfunk erklärt Jan Langbein, den aktuellen Stand und die Herausforderungen seiner Arbeit.

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Kritik an Studie von Christian Drosten: „BILD greift in die unterste Schublade“

Für den Deutschlandfunk habe ich heute einen Kommentar zur Rufmord-Kampagne der BILD-Zeitung an Deutschlands führendem Coronavirus-Forscher Prof. Christian Drosten geschrieben. Mein Fazit:

„BILD bauscht banale wissenschaftliche Normalität zu einer kruden Enthüllungsstory auf, wonach Drosten seine Daten falsch interpretiert haben soll.“

Christian Drosten ist ein renommierter Virologe und seine Expertise in Sachen neues Coronavirus so unstrittig, dass uns im Ausland viele um diesen klugen Kopf beneiden. Doch die Redakteure der BILD-Zeitung dachten sich nun offenbar: Höchste Zeit, dass diesen COVID-19-Flüsterer, dessen Wort im Kanzleramt und den Staatskanzleien Gewicht hat, endlich mal jemand von seinem hohen Ross runter holt. Kann ja nicht angehen, dass der uns vorschreibt, wie wir unser Leben zu führen haben und ab wann und in welchem Umfang Schulen und Kitas wieder öffnen dürfen. Kritik an Studie von Christian Drosten: „BILD greift in die unterste Schublade“ weiterlesen

Ethik für autonome Waffensysteme: Wer hat bei Europas künftigem Kampfjet die Kontrolle?

Das ‚Future Combat Air System‘, kurz FCAS, ist ein Mega-Projekt der Rüstungsindustrie. Europas neues Kampfflugzeug soll in Geschwadern mit Drohnen fliegen und ab 2040 den Luftraum verteidigen. Computer werden den Piloten zwar viele Entscheidungen abnehmen, doch autonome killerroboter sollen die neuen Kampfjets nicht werden.

Der Physiker Prof. Wolfgang Koch vom Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie auf dem Wachtberg bei Bonn, hat deshalb eine Arbeitsgruppe zur Technikverantwortung ins Leben gerufen, die sich mit ethischen und rechtlichen Fragen rund um FCAS befasst. Im Deutschlandfunk-Interview betont er:

„Ethische Überlegungen müssen die Entwicklung des ‚Future Combat Air System‘ von Beginn an begleiten, damit Menschen verantwortlich bleiben – und nicht Maschinen.“

Jeremy Farrar: „Europa ist jetzt das Epizentrum der Covid-19-Pandemie“

Dr. Jeremy Farrar, Präsident Wellcome Trust

„Wir haben es mit einer völlig anderen Größenordnung zu tun als bei der SARS-Pandemie 2003 oder der Schweinegrippe von 2009. Der beste Vergleich ist die Influenza-Pandemie von 1918 – die spanische Grippe. Das ist das Ausmaß der Epidemie, auf das wir uns vorbereiten sollten. Natürlich ist es extrem schwierig, das zu kommunizieren und gleichzeitig zu verhindern, dass die Menschen in Panik ausbrechen. Ich persönlich verspüre keine Panik. Aber ich denke, wir müssen der Gefahr ehrlich ins Auge sehen.

In den vergangenen 100 Jahren gab es keine vergleichbare Situation. Wir müssen uns das bewusst machen – aber ohne in Panik zu verfallen. Denn Panik führt zu schlechten Entscheidungen. Wir müssen ruhig bleiben, die Fakten bewerten und die neuesten Forschungsergebnisse berücksichtigen. Aber wir dürfen die Gefahr nicht unterschätzen. Wir haben es hier mit einem Jahrhundertereignis zu tun.“

Der britische Virologe Jeremy Farrar, Präsident des Wellcome Trust im Dlf-Interview für die Sendung Wissenschaft im Brennpunkt.

Covid-19: „Eine stille Pandemie“

Der Virologe Prof. Jonas Schmidt-Chanasit forscht am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg
„Es ist nicht gelungen, den Ausbruch des neuen Coronavirus auf China zu begrenzen. Man wird ihn nicht mehr ganz aufhalten können, aber zumindest verlangsamen, dass die Intensivstationen nicht alle auf einmal überlastet werden – sondern dass man das über einen längeren Zeitraum zieht und somit die Patienten auch alle noch gut behandeln kann.

Es kann durchaus sein, dass wir schon seit zwei Wochen Coronavirusinfektionen in Deutschland haben. Nur es hat niemand bemerkt, weil natürlich in einer Vielzahl der Fälle diese Infektion nur mit einer sehr leichten Symptomatik verläuft – wie ein Schnupfen oder asymptomatisch – und gar nicht bemerkt wird. Die Leute werden sich da natürlich nicht testen lassen. Insofern ist es durchaus denkbar, dass das Virus schon einige Tage in Deutschland zirkuliert und jetzt auch die Fälle in Nordrhein-Westfalen oder in Baden-Württemberg nur die Spitze vom Eisberg sind.“ Der Virologe Prof. Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg im Interview für den Deutschlandfunk.

Neues Coronavirus: „Die Mortalität ist nicht so hoch wie bei SARS“

Mitte Januar sieht Prof. Lars Schaade, der Vizepräsident des Robert Koch-Instituts, angesichts des neuen Coronavirus, das in China grassiert, noch keinen Grund zu übermäßiger Sorge. Im Interview im Deutschlandfunk erklärt er: „Wir kennen das Virus erst seit knapp drei Wochen. Wir sehen jetzt etwas mehr als 200 Fälle, davon drei Todesfälle. Ein großer Unsicherheitsfaktor dabei ist: Hat man alle Fälle bisher erfasst? Es kommen ja im Laufe des Tage immer noch weitere dazu. Was wir jetzt sehen, ist erst der Anfang. Das ist in gewisser Weise beruhigend, weil es nicht sehr viele Todesfälle gibt, aber das kann sich in beide Richtungen natürlich noch entwickeln.“