Kurzbeiträge

Wie funktioniert Quantenteleportation? Mit welchen Materialien lässt sich Sonnenwärme am effizientesten speichern? Und warum gelten Scramjets unter Experten als die Raumfahrtantriebe der Zukunft? Kurzbeiträge in den Wissenschaftssendungen von Deutschlandradio und ARD-Hörfunksendern liefern Antworten in vier Minuten.

Eine Liste ausgewählter Stücke der letzten Jahre zum Nachhören:

Chemienobelpreis 2017

Der deutschstämmige Chemienobelpreisträger Prof. Joachim Frank forscht und lehrt an der Columbia University in New York. Im Gespräch erklärt er, warum er nach seiner Physik-Promotion in München in die USA ging, wie er dort die Bioinformatik miterfunden und die Elektronenmikroskopie revolutioniert hat – und warum er regelmäßig Kurzgeschichten veröffentlicht: „Es scheint mir, dass die Welt unglaublich groß und reich ist. Und wenn ich nur Wissenschaft betreibe, dann sehe ich nur einen sehr kleinen Aspekt davon.“

Deutschlandfunk, Forschung Aktuell, 10.10.2017

Desaster für die Deutsche Bahn: Was ging schief beim Tunnelbau in Rastatt?

Für die Deutsche Bahn war es ein Supergau: Als beim Bau eines Tunnels in der Nähe von Rastatt der Boden nachgibt, verbiegen sich die Gleise der wichtigsten Nord-Süd-Verkehrsachse Deutschlands. Der Bahnverkehr auf der Rheintalstrecke ruht wochenlang. Was war die Ursache des Desasters? Was ging schief beim Bau der neuen ICE-Trasse ? Der Bauingenieur und Tiefbau-Sachverständige Prof. Conrad Boley von der Bundeswehr-Universität München gibt im Deutschlandfunk-Interview Antworten.

Notnagel Nachrüstung: Sind Diesel-Fahrverbote noch zu stoppen?

Am berühmt-berüchtigten Neckartor in Stuttgart sind die Stickoxid-Konzentrationen seit Jahren im Mittel doppelt so hoch, wie laut geltenden EU-Grenzwerten erlaubt. Die Stadt muss also was tun, um die Gesundheit der Anwohner nicht zu gefährden. Möglicherweise kommen die politisch Verantwortlichen sogar nicht drum rum, ab 2018 Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge zu verhängen. Wirklich wollen tun sie das mehrheitlich aber offenbar nicht. Und deshalb ist mancher dankbar, dass die Autobauer in Aussicht stellen, schmutzige Diesel mit Software-Updates und Nachrüstaktionen schnell wieder fit für die City zu machen. Aber können solche Maßnahmen tatsächlich helfen, die Stickoxid-Grenzwerte am Neckartor und anderswo künftig einzuhalten? Dr. Reinhard Kolke, Leiter des ADAC-Technik-Zentrums in Landsberg, erklärt im Deutschlandfunk, dass er nicht daran glaubt.

Neuroprothesen: Experten fordern ethische Richtlinien für den Einsatz

Vom Hirn gesteuerte Prothesen können Querschnittsgelähmten helfen, selbstbestimmter zu leben. Doch wer ist verantwortlich, wenn etwa eine mit der Kraft von Gedanken gelenkte Hand einmal zu fest zupackt? Und wie lässt sich verhindern, dass die Daten – also die Gedanken und emotionalen Zustände der Benutzer derartiger Neuroprothesen – ausgelesen und missbraucht werden? Der Neurotechnologe Surjo Soekadar von der Universität Tübingen fordert im Deutschlandfunk die Entwicklung ethischer Richtlinien.

Stromtransport über Gasleitungen

Power-to-Gas-Technologie könnte Energiewende voranbringen

Wenn die Energiewende gelingen und Deutschlands Energiesektor bis 2050 dekarbonisiert werden soll, wird das geographische Ungleichgewicht zwischen Stromerzeugern und Stromverbrauchern weiter wachsen: Die großen Windparks finden sich vor allem im Norden der Republik, die industriellen Stromverbraucher eher im Süden des Landes. Die geplanten Stromautobahnen in Nord-Süd-Richtung tragen diesem Problem Rechnung, werden es aber nur zum Teil lösen. Bei der Jahrestagung der Deutschen physikalischen Gesellschaft in Münster schlugen Forscher nun vor, das bereits existierende Erdgasnetz für den Energietransport zu nutzen.
Deutschlandfunk, Forschung Aktuell, 30.3.2017

Hackerangriff aufs Stromnetz

Blackout: So heißt ein Thriller des Bestsellerautors Marc Elsberg, in dem ein flächendeckender Stromausfall zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Deutschland führt. Schuld am Desaster sind clever orchestrierte Terroranschläge auf die Infrastruktur der Stromnetzbetreiber. Alles nur Fiktion? Fakt ist: In den vergangenen zehn Jahren wurde vieles getan, um zu verhindern, dass das Blackout-Szenario jemals Wirklichkeit wird. Ralf Krauter berichtet.

Deutschlandfunk, Forschung Aktuell, 27.3.2017

Vergiftung des Trinkwassers

In einem ARD-‚Tatort‘ aus dem Jahr 2016 strömt in Bremen rotes Wasser aus den Hähnen und sorgt für Panik: Erpresser haben Lebensmittelfarbe ins Leitungsnetz eingespeist und drohen, nächstes Mal ein tödliches Toxin zu verwenden. Der Angriff auf die Trinkwasserversorgung einer Großstadt ist ein Alptraum-Szenario. Um sich besser zu wappnen, forscht man bei den Berliner Wasserbetriebe seit Jahren an einem Sensorsystem, das die Trinkwasserqualität im ganzen Stadtgebiet kontinuierlich überwacht. Ralf Krauter hat nachgefragt, wie nah man schon dran ist.

Deutschlandfunk, Forschung Aktuell, 24.3.2017

Sprengsatz im Luftfrachtpaket

Am 30. Oktober 2010 machten zwei Luftfrachtpakete aus dem Jemen Schlagzeilen. Der Grund: Beide Sendungen enthielten als Druckerpatronen getarnte Sprengsätze und hätten Flugzeuge zum Absturz bringen können. Dank Hinweisen aus Saudi-Arabien wurden sie sichergestellt, bevor sie Schaden anrichten konnten: Die eine in
Großbritannien, die andere in Dubai. Das Pikante daran: Eines der  explosiven Frachtpakete war Stunden zuvor am Flughafen Köln-Bonn umgeladen worden, ohne dass dort einem etwas aufgefallen wäre. Da der Vorfall offenbarte, wie lückenhaft die Kontrollen sind, wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft und Forschungsprojekte aufgelegt. In einem davon wurde ein automatischer Sprengstoffschnüffler entwickelt, der gefährliche Luftfracht zuverlässig aufspüren soll. Ralf Krauter berichtet über den aktuellen Stand der Arbeiten.

Deutschlandfunk, Forschung Aktuell, 22.3.2017

Anschlag in der U-Bahn

Terroranschläge in U-Bahnhöfen hat es immer wieder gegeben. 1995 in Tokio, 2004 in Madrid, 2005 in London, 2010 in Moskau und zuletzt im März 2016 in Brüssel. Bei Selbstmordattentaten im U-Bahnhof Maalbeek starben dort 20 Menschen, hunderte wurden verletzt. Aus der Sicht von Betroffenen und Rettungskräfte sind solche Angriffe unter Tage besonders heikel: Die Situation ist unübersichtlich, der Zugang schwierig, die Fluchtwege eng. Damit U-Bahnhöfe im Ernstfall nicht zur tödlichen Falle werden, hat das Bundesforschungsministerium verschiedene Projekte gefördert, bei denen neue Technologien für mehr Sicherheit im Schacht entwickelt wurden. Ralf Krauter hat nachgefragt, was dabei rausgekommen ist.

Deutschlandfunk, Forschung Aktuell, 20.3.2017

Panik im Stadion

Am 13. November 2015 attackierten drei islamistische Selbstmordattentäter das Pariser Stade de France. Eigentlich wollten sie ihre Sprengsätze inmitten der 80 000 Fußballfans zünden, die sich dort zum Länderspiel Frankreich gegen Deutschland eingefunden hatten. Weil das Sicherheitspersonal sie nicht rein ließ, sprengten sie sich dann vor dem Stadion in die Luft und rissen – zum Glück – nur einen Passanten mit in den Tod. Wäre der perfide Plan aufgegangen, wäre es womöglich zu einer Massenpanik gekommen, bei der Hunderte erdrückt oder zu Tode getrampelt worden wären. Um das zu verhindern und Stadien im Ernstfall reibungslos räumen zu können, tüftelten Fachleute im Rahmen der Initiative ‚Forschung für die zivile Sicherheit‘ mehrere Jahre an einem Evakuierungsassistenten für Großveranstaltungen. Ralf Krauter hat nachgefragt, wo der heute zum Einsatz kommt.

Deutschlandfunk, Forschung Aktuell, 17.3.2017